Nach den Parlamentswahlen in Frankreich haben die Gespräche zur Bildung einer neuen Regierung begonnen. Das Linksbündnis Nouveau Front Populaire (NFP) erhebt als Wahlsieger Anspruch auf den Posten des Premierministers und kündigte am Montag an, innerhalb einer Woche einen Kandidaten vorzustellen.

Allerdings stehen die Parteien des Bündnisses vor schwierigen Verhandlungen: Prominente Vertreter der Sozialisten, Kommunisten und Grünen haben Jean-Luc Mélenchon, den radikalen Führer der stärksten Linkspartei La France Insoumise (LFI), ausdrücklich als Regierungschef ausgeschlossen.
Der Direktor des Jacques Delors Centre, Johannes Lindner, sieht das Parteiensystem “in einem Prozess der tiefgreifenden Neuordnung”. Die unklare Mehrheit bedeutet auch eine Machtverschiebung: “Das Wahlergebnis stärkt das Parlament und schwächt den Präsidenten”, sagt er. Es wird also in den nächsten Tagen und Wochen an den Parteien liegen, die Mehrheitsverhältnisse neu zu ordnen. “Emmanuel Macron wird allenfalls die Rolle eines Moderators haben, was für den Präsidenten sicher nicht einfach sein wird.”
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